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Von TraderFox
12. November 2021

Trotz des dynamischen Infektionsgeschehens in Deutschland zeigt sich der QIX Deutschland am Freitag stabil. Der Index notiert dabei am Nachmittag unverändert bei 17.630 Punkten. Deutsche Post rechnet für die diesjährige Vorweihnachtszeit mit nur leichten Paket-Zuwächsen und plant für 2021 weiterhin ein Rekord-EBIT von über 7 Mrd. Euro. Mode- und Lifestyle-Unternehmen Adidas hält trotz Logistikproblemen und schwierigem Umfeld in China an Umsatz- und Margenzielen für dieses Jahr fest.

Der stärkste Gewinner war am Donnerstag im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Post, die mit dem zu erwartenden Weihnachtsgeschäft ihren jüngsten Rekordlauf fortsetzen dürfte. Am Freitag liegt sie aktuell aber mit 1,1% im Minus bei 55,90 Euro. Zwar rechnet der Logistikdienstleister trotz Online-Boom und guten Frachtgeschäften für die diesjährige Vorweihnachtszeit nicht mit großen Sprüngen bei den Paketmengen. Der Grund hierfür ist das im Vorjahresquartal hingelegte außergewöhnlich starke Plus von fast einem Viertel (23%) auf 498 Mio. Sendungen. Man werde das hohe Vorjahresniveau halten und möglicherweise leicht übertreffen, sagte der für Post und Paket Deutschland zuständige Vorstand des Unternehmens kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Wir erwarten aber wieder ein sehr starkes Weihnachtgeschäft, das aber nicht in der außergewöhnlichen Situation stattfindet wie 2020, betonte zugleich der Manager. Dabei verwies die Deutsche Post zuletzt auch auf Unwägbarkeiten, die eine Prognose in diesem Jahr bis Weihnachten erschweren würden. Denn sollten sich vor allem die Probleme in den globalen Lieferketten weiterhin stark auswirken, so könnten Pakete von der Tochter DHL verspätet oder gar nicht verschickt werden. Das Vorjahresniveau von weltweit beförderten Paketsendungen könnte somit letztlich nur gehalten werden.

Doch die Deutsche Post ist mit ihrer Prognose nicht allein, auch der Bundesverbandes Paket & Expresslogistik (Biek) ist derzeit eher vorsichtig. Dieser rechnet zwar mit einem Wachstum von bis zu 3% in den Monaten November und Dezember. Sollte die Entwicklung am oberen Ende des Prognoserahmens eintreffen, dann würden dem Verband zufolge aber bundesweit etwa 445 Mio. Pakete an Privathaushalte zugestellt. Um die steigenden Mengen zu bewältigen, hat die Deutsche Post mit ihrer Tochter DHL zuletzt kräftig in Personal, Fahrzeuge, Infrastruktur und Technik investiert. Bislang war die Corona-Pandemie für den Logistiker ein beachtlicher Wachstumsmotor, aber auch Wettbewerber konnten im Boom des Internet-Handels deutlich zulegen. Die Bonner sind in Deutschland aber gerade mit ihrer Paket- und Expresssparte klarer Marktführer, weit vor Konkurrenten wie Hermes, DPD, UPS und Fedex. Noch im August ging die Deutsche Post für das weltweite Paket- und Transportgeschäft davon aus, Ende 2021 ein EBIT von mehr als 7 Mrd. Euro erzielen zu können, was ein bisher noch nie erreichter Rekordwert wäre. Mit dem in der jüngsten Krise so robustem Kerngeschäft und der Eigenkapitalrendite von 21% erfüllt das Unternehmen letztlich wichtige Voraussetzungen für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Kursgewinne auf aktuell 281,30 Euro zeigt am heutigen Freitag im Qualitäts-Index hingegen die Aktie von Adidas. Zwar ist der Sportartikelproduzent wegen anhaltender Lieferkettenprobleme und eines schwierigeren Marktumfeldes in China zuletzt vorsichtiger geworden. Dennoch bekräftigte das Management in dieser Woche die Jahresprognose, die erst im Sommer leicht erhöht wurde. Und auch wenn sich das Umsatzwachstum im 3.Quartal etwas abgeschwächt hat, für 2021 will Adidas weiterhin unterstützt von starken Online-Geschäften währungsbereinigt um bis zu 20% zulegen. Der Gewinn dürfte dementsprechend bei 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro liegen, und eine operative Marge von 9,5 bis 10% bringen. Das Mode- und Lifestyle-Unternehmen konnte im letzten Quartal aber trotz widriger Corona-Umstände und bestehender Logistikprobleme überraschend starke Erholungszahlen liefern. Vor allem aber das anhaltend problematische Umfeld in China, Virus-bedingte Lockdowns in der Region Asien-Pazifik sowie Lieferkettenunterbrechungen dämpften den Absatz des Unternehmens von Juli bis Ende September um 600 Mo. Euro. Wachstumstreiber waren für Adidas aber der europäische Wirtschaftsraum sowie Nordamerika, die beide zuletzt jeweils um rund 9% zulegten.

Dagegen sanken die Quartalserlöse im wichtigen chinesischen Online- und Einzelhandelsmarkt um etwa 15%, da es im Frühjahr zu Boykottaufrufen gegen westliche Marken gekommen war. Dabei verdiente der Fashion- und Sportartikelanbieter deutlich mehr als im Vorjahr, was in erster Linie auf Wertzuschreibungen bei der kurz vor dem Verkauf stehenden US-Marke Reebok zurückzuführen ist. Der Verkauf der Tochter für bis zu 2,1 Mrd. Euro an die amerikanische Authentic Brands Group soll bis März 2022 abgeschlossen sein, dann wird Adidas auch der überwiegende Teil des Kaufpreises zufließen. Nach 9 Monaten kommt das Unternehmen aber auf eine operative Marge von 11,9% und auf einen Gewinn von 1,37 Mrd. Euro.

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