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Von TraderFox
02. Dezember 2019

Trotz überraschend robuster Konjunkturdaten aus China zeigt sich der QIX Deutschland am Montag nach anfänglichen Zugewinnen kaum verändert. Am Nachmittag steht der Index somit minimal im Minus bei 13.925 Punkten. BMW investiert bis 2022 mit seinem chinesischen Partner Great Wall in neue Elektromodell-Produktionsstätte und bleibt attraktiver Dividendenzahler. Siemens-Aktie profitiert von der Ankündigung dem Versorger Iberdrola die restlichen Anteile an Siemens Gamesa abkaufen zu wollen.

Solide Kursgewinne konnte heute im Qualitäts-Index die BMW-Aktie zeitweise für sich verbuchen. Aktuell notiert sie allerdings nur noch leicht im Minus bei 73,00 Euro. Der Autobauer will ungeachtet der anhaltenden Unsicherheiten im US-chinesischen Handelsstreit zusammen mit seinem Partner Great Wall Motor rund 650 Mio. Euro in ein neues Werk in China investieren. Unter dem Dach des neuen Joint-Ventures, das den Namen "Spotlight Automotive Limited" tragen wird, wollen die Münchner künftig die neue Generation von elektrischen Modellen der Kleinwagenserie MINI entwickeln und bauen. Dabei soll die geplante Fabrik in dem Zeitraum von 2020 bis 2022 entstehen und nach der Anlaufphase eine Produktionskapazität von 160.000 Fahrzeugen pro Jahr haben. BMW selbst hatte die Kooperation mit Great Wall schon im Februar 2018 angekündigt. An dem Gemeinschaftsunternehmen hält der deutsche Konzern dank der weiteren chinesischen Marktöffnung gut die Hälfte der Anteile. Und auch operativ läuft es für das Unternehmen wieder besser. Allein die Kernmarke BMW konnte im Oktober ihren weltweiten Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 3% steigern. Die vor 2 Wochen abgehaltene Präsentation des Premiumproduzenten zur künftigen E-Mobilitätsstrategie hatte dagegen kaum Neuigkeiten zu bieten. Das Management sieht den Konzern dabei aber weiterhin auf seinem Weg ab 2023 insgesamt 25 elektrifizierte Modelle am Markt anbieten zu können.

Zudem hat BMW erneut bestätigt, bis Ende 2022 insgesamt 12 Mrd. Euro an Kosten einsparen zu wollen. Damit soll langfristig im Automobil-Geschäft eine EBIT-Marge von 8% bis 10% sichergestellt werden. Die Aktie selbst wird auch nach dem jüngsten Kursanstieg nur mit niedrigen Bewertungskennzahlen gehandelt. Das geschätzte KGV für 2020 liegt dabei unter dem Wert von 8 und auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist mit 0,5 ausgesprochen günstig. Operativ erzielte BMW zuletzt eine solide Eigenkapitalrendite von 12%. Dank der letzten Dividendenausschüttung bietet die Aktie dazu eine stattliche Kapitalrendite von 4,7% und gehört damit zu den attraktivsten Dividendenzahlern im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.



Ebenfalls mit 0,7% im Plus befindet sich heute im Qualitäts-Index die Siemens-Aktie. Gegenwärtig klettert sie damit auf 117,90 Euro. Der Industriekonzern bereitet nach den zuletzt starken Quartalsgeschäften mit Rekordauftragsbestand nun vor allem den Börsengang der Energiesparte im kommenden Jahr vor. Unter dem Dach der Tochter Siemens Energy soll dabei das derzeit weltweit kriselnde Kraftwerks- und Windkraftgeschäft des Münchner Unternehmens ausgelagert werden. Der Vorstand verspricht sich davon neben der stärkeren Fokussierung auf die boomende Sparte Digital Factory auch eine insgesamt effizientere Konzernstruktur sowie operativ höhere Renditen. Einem Agenturbericht zufolge will Siemens in diesem Zusammenhang auch seine Beteiligung an der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa ausbauen. Der Konzern erwäge, den Anteil von 8% des spanischen Versorgers Iberdrola an Gamesa zu kaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg in der letzten Woche unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der Anteil von Siemens würde damit auf 67% steigen. Eine weitere Möglichkeit sei, dass Siemens zu einem späteren Zeitpunkt die restlichen ausstehenden Aktien erwerbe. Wie Bloomberg weiter berichtet, sei aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Aktuell gehört der Windradhersteller Gamesa zu 59% dem Siemens-Konzern. Mit der Abspaltung des Energiegeschäfts soll die Tochter im nächsten Jahr auch ein Teil von Siemens Energy werden.

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