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Von TraderFox
03. Dezember 2018

Die mögliche Einigung im US-Handelskonflikt mit China hat dem QIX Deutschland am Montag kräftige Gewinne beschert. Die gute Stimmung wird zudem von positiv aufgenommenen Nachrichten im EU-Haushaltsstreit mit Italien gestützt. Daraufhin klettert der Index bis zum Nachmittag um 1,8% auf 12.730 Punkte. BMW dürfte von der Ankündigung niedrigerer Autoimportzölle seitens der chinesischen Regierung profitieren. freenet schließt bundesweiten Ausbau von DVB-T2 ab und startet neuen Shopping-Kanal.

Eine regelrechte Kursexplosion gibt es heute im Qualitäts-Index bei der BMW-Aktie zu sehen. Aktuell beläuft sich das Plus auf 5,4% und sie notiert damit bei 76,10 Euro. Für den Anstieg sorgt vor allem die sich im Handelsstreit abzeichnende Annäherung zwischen den USA und China. Dabei profitiert der Autokonzern aber in erster Linie von Chinas Entgegenkommen bei den zuletzt wieder erhobenen Autozöllen. Die Volksrepublik habe eingewilligt, Zölle auf Autoimporte aus den USA zu senken und zu beseitigen, teilte der US-Präsident am Sonntagabend auf Twitter mit. Gegenwärtig liege der Zollsatz bei 40%. Der BMW-Konzern importiert einen Teil seiner in den USA gefertigten Modelle nach China, um sie dort auf dem mittlerweile größten Automarkt der Welt zu verkaufen. Als Vergeltung für US-Strafzölle hatte China aber Autoimporte aus den USA im Sommer mit einer Abgabe von 25% belegt. Allein diese Maßnahme kostet BMW in diesem Jahr wohl fast 300 Mio. Euro.

Aufgrund dieser Entwicklung und um der Nachfrage gerecht zu werden planen die Münchner offenbar auch eine zweite Produktionsanlage in den USA. Dort könnten Motoren und Getriebe hergestellt werden, sagte der Vorstand in der vergangenen Woche auf der Autoshow in Los Angeles. Da der Absatz in den USA steige, denke der Konzern über Veränderungen der Abläufe nach. Derzeit betreibt BMW in South Carolina ein Montagewerk, im nächsten Jahr soll eine Produktionsstätte in Mexiko dazukommen. Zudem erwäge man Änderungen an der derzeitigen Praxis, Motoren und Getriebe zu importieren. Man sei in einem Stadium, in dem man über einen zweiten Standort nachdenken könne, erklärte der Konzernchef.

Selbst nach dem heutigen Kursanstieg wird die BMW-Aktie derzeit weiterhin nur mit niedrigen Bewertungskennzahlen gehandelt. Dabei liegt das geschätzte KGV für 2019 bei unter 7 und auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist mit 0,6 ausgesprochen günstig. Operativ erzielt der Autobauer dazu eine überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalrendite von 16%, die EBIT-Marge lag zuletzt bei 10%. Auch dank der letzten Dividendenerhöhung bietet die Aktie dazu eine stattliche Kapitalrendite von 5,2% und gehört damit zu den attraktivsten Dividendenzahlern im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ebenfalls deutlich mit 1,2% im Plus befindet sich heute im Qualitäts-Index die freenet-Aktie. Gegenwärtig klettert sie damit auf 18,38 Euro. Der Mobilfunkdienstleister hatte zuletzt vermeldet, den geplanten Ausbau von DVB-T2 bei dem private TV-Programme per freenet TV empfangen werden können bundesweit abgeschlossen zu haben. Damit werden nach Konzernangaben jetzt in Deutschland per Dachantenne insgesamt 62 Mio. Einwohner erreicht. Leichte Änderungen ergaben sich dabei zum Teil auch für bestehende Kunden, da ARD und ZDF in einigen Sendegebieten auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt werden mussten. Zudem hat das Unternehmen in der vergangenen Woche seinen eigenen Shopping-Kanal unter der Bezeichnung freenet Shopping gestartet. Zwar lässt der große Durchbruch der freenet Group im TV- und Streaming-Markt noch auf sich warten, mit dem neuen TV-Segment soll allerdings ein neuer Vertriebskanal mit hohem Umsatzpotenzial erschlossen werden. Schließlich werde der Shopping-Sender vor allem Produkte der freenet-Tochtergesellschaften aus den Bereichen Mobilfunk, Technik und Lifestyle sowie Strom und Touristik anbieten.

Dies dürfte insgesamt auch dem Kerngeschäft des Mobilfunk-Service Providers zugutekommen. Zuletzt wurde immerhin ein deutlicher Umsatzrückgang vermeldet, da Netzbetreiber-Provisionen nach IFRS 15 nicht mehr als Umsatzerlöse ausgewiesen werden dürfen. Die Erlöse der einstigen Hoffnungs-Sparte TV und Medien waren ebenso rückläufig. Trotzdem der Dienst freenet TV inzwischen rund eine Million Abo-Nutzer zählt. Für das laufende Geschäftsjahr ist dennoch von einer eher unveränderten Dividende von 1,65 Euro auszugehen. Aktuell ergibt sich damit bei der freenet-Aktie eine mehr als stattliche Rendite von 8,9%.

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