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Von TraderFox
30. September 2019

Angesichts durchwachsener chinesischer Konjunkturdaten und des laufenden Handelskonflikts legt der QIX Deutschland am Montag zunächst nur leicht zu. Dabei notiert der Index am Nachmittag geringfügig im Plus bei 13.105 Punkten. BASF konkretisiert Zahlen zum derzeitigen Sparprogram bis 2021 und ist optimistisch für den Verkauf der Bauchemie-Sparte. SAP will 200 Mio. Euro in digitalen Campus in Berlin investieren, und damit Themen wie Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernern vorantreiben.

Leicht im Plus befindet sich heute im Qualitäts-Index die BASF-Aktie, die dabei auf 63,90 Euro ansteigt. Der Chemie- und Saatgutkonzern hat am Freitag die Auswirkungen des laufenden Sparprogramms konkretisiert. Bei einer Investorenkonferenz im belgischen Gent versprach der Vorstand, das dieses bereits im laufenden Geschäftsjahr eine halbe Mrd. Euro zum operativen Ergebnis (EBITDA) beisteuern werde. Im kommenden Jahr erwartet der BASF-Manager dann eine Verbesserung des operativen Ergebnisses von bis zu 1,3 Mrd. Euro. Und wie schon zuvor angekündigt, soll ab 2021 das Sparprogramm jährlich sogar 2 Mrd. Euro zum EBITDA beitragen. Die Kosten der Umstrukturierung für 2019 werden von Unternehmensseite auf 400 und 500 Mio. Euro beziffert. In den kommenden Jahren sollen sie dann allerdings auf jeweils 200 bis 300 Mio. Euro sinken. Das Sparprogramm selbst hatte BASF bereits im November angekündigt. Im Wesentlichen setzt das Management damit auf konzernweit schlankere Strukturen und einfachere Abläufe.

Zudem plant das Ludwigshafener Unternehmen seine Bauchemie-Sparte bis Ende des Jahres zu verkaufen. Auf dem Investorentag sprach der Konzernchef dabei erstmals von bestätigten Angeboten und einem konkreten Zeitrahmen. Er erwarte bis Ende des Jahres, die Verträge zu unterzeichnen, betonte der BASF-Manager. Vor Wochen machten bereits Namen von potenziellen Interessenten an der Bauchemie die Runde. Darunter waren unter anderem der US-Finanzinvestor Carlyle und der US-Baustoffhersteller Standard Industries. Auch andere Finanzinvestoren wie Bain Capital, Cinven oder KKR kämen Insidern zufolge als potentielle Interessenten in Frage, berichtete Bloomberg schon im Juli. Damals war unter Analysten eine Bewertung des BASF-Geschäfts von bis zu 3 Mrd. Euro die Rede.

Die Aktie des Konzerns wird derweil auch nach dem jüngsten Kursanstieg nur mit einem niedrigen 2020er KGV von gut 14 bewertet. Mit der jüngsten Dividendenanhebung ergibt sich darüber hinaus auch wieder eine überaus staatliche Kapitalrendite von 5%. BASF erwirtschaftet obendrein eine hohe Eigenkaptalrendite von über 13% und ist mit einer Eigenkaptalquote von 42% finanziell bestens aufgestellt. Damit entspricht die Aktie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Kaum verändert bei aktuell 107,70 Euro präsentiert sich heute dagegen im Qualitäts-Index die SAP-Aktie. Europas größter Softwareanbieter will in den kommenden Jahren über 200 Mio. Euro in einen neuen Digital-Campus in Berlin investieren. Die Walldorfer setzen dabei offenbar auf die Innovationskraft der Hauptstadt. Der neue Campus solle nahe des Berliner Hauptbahnhofs auf über 30.000 Quadratmetern im “Quartier Heidestrasse“ entstehen, teilte das Unternehmen in der vergangenen Woche mit. Für Ende 2022 sei der Einzug geplant. Derzeit beschäftigt SAP in Berlin und Potsdam zusammen rund 1.000 Menschen. Mit dem neuen Standort wäre zusätzlich Platz für rund 450 neue Mitarbeiter. Auch die Nähe zu Politik, Startups und Universitäten dürfte das Wachstum beflügeln. Die Hauptstadt und ihr Tech-Ökosystem sind für uns und unsere Kunden nicht mehr wegzudenken, kommentierte der SAP-Technologievorstand die Pläne. Das gilt im Hinblick auf die Innovationen der Zukunft als auch auf den Standort Berlin als wichtiger Arbeitsmarkt. Die mehr als 200 Mio. Euro plant der Softwarekonzern dabei für Mieten, Betriebskosten und Abschreibungen verteilt auf insgesamt 10 Jahre.

Zwar hatte das Softwareunternehmen in Deutschland jüngst eher Jobs abgebaut, stellt aber gleichzeitig in anderen, zukunftsträchtigen Bereichen unverändert ein. Am neuen Berliner Standort soll dabei vor allem an den Themen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernern und Blockchain gearbeitet werden. Denn die Geschäfte von SAP sowie die Erweiterung der Kernprodukte rund um diese Zukunftstrends boomen. Das Management jedenfalls zeigte sich zuletzt äußerst optimistisch und stellte zunächst bis Ende 2020 ein anhaltend robustes Wachstum in Aussicht. Wobei allein die Erlöse im Cloud-Geschäft auf 8,6 bis 9,1 Mrd. Euro anziehen sollen, bei einem Gesamtumsatz von 28,6 bis 29,2 Mrd. Euro. 2018 lag er noch bei 24,7 Mrd. Euro.

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