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Von TraderFox
03. August 2018

Nach den gestrigen Verlusten treibt heute die überwiegend positive Stimmung der Wall Street den QIX Deutschland an. Unterstützung kommt dabei auch von den US-Arbeitsmarktdaten, die den Index am Nachmittag um 0,7% auf 14.110 Punkte ansteigen lassen. Allianz übertrifft mit Q2-Zahlen die Erwartungen, Vermögensverwalter Pimco sticht dabei wiederholt heraus. Conti kann neben dem soliden Umsatzwachstum im 1Hj eine Marge von 10% trotz hoher Investitionen vermelden.

Nach der Erholung vom Vortag zeigt sich heute im Qualitäts-Index die Allianz-Aktie erneut im Plus bei 187,90 Euro. Der Münchener Konzern kann Einbußen in der Leben-Sparte mit Zuwächsen bei den Vermögensverwaltern Pimco und AllianzGI ausgleichen. Das operative Ergebnis stieg im 2.Quartal um 2% auf 3,0 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Analysten hatten derweil nur mit einer Stagnation gerechnet. Die Allianz selbst sieht sich damit auf ihrem Kurs, den operativen Gewinn bis zum Jahresende zumindest stabil halten zu können. Nach 6 Monaten liege er mit 5,8 Mrd. Euro leicht über der Mitte des Zielkorridors von 11,1 Mrd. Euro, so der Versicherer. Allerdings ging im letzten Quartal der Gewinn nach Steuern um 5% auf 1,9 Mrd. Euro zurück, da der Verkauf eines Lebensversicherungs-Bestands in Taiwan die Allianz gut 224 Mio. Euro kostete. Trotz Gegenwind von der Währungsseite wuchs aber der Konzernumsatz um knapp 3% auf 30,9 Mrd. Euro. Der US-Fondsanbieter Pimco profitierte dagegen von Währungseffekten. Denn obwohl externe Kunden unter dem Strich 9,2 Mrd. Euro abzogen, wuchs das für Dritte verwaltete Vermögen um 2,5% auf 1,46 Billionen Euro. Dieser Volumenzuwachs, höhere Margen und sinkende Kosten trieben das operative Ergebnis der Sparte um 12% auf 652 Mio. Euro. Wie der Finanzvorstand zugleich betonte, habe die Allianz im Juni und Juli schon wieder Nettozuflüsse verzeichnet. In der Sachversicherung, dem größten Gewinnbringer des Konzerns, trat das operative Ergebnis mit 1,45 Mrd. Euro aber auf der Stelle. Auch die Schaden-Kosten-Quote lag wegen Großschäden und Stürmen mit 94,1% leicht über der Zielmarke.

Insgesamt wird die Allianz-Aktie auch nach dem jüngsten Anstieg nur mit einem 2018er KGV von 11 bewertet. Damit ist die Aktie nicht nur im Branchenvergleich attraktiv, sondern zählt auch unter den Werten im Qualitätsaktien-Index mit zu den am günstigsten bewerteten Papieren. Zudem überzeugt neben dem niedrigen Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,8 auch die weit überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite von 4,2%. Vor allem aber die langfristige Ausschüttungspolitik der Allianz ist dabei bemerkenswert. Seit 2008 wurde die Dividende beständig von 3,50 Euro auf zuletzt 8,00 Euro mehr als verdoppelt. Alle Anleger wurden in dieser Zeit mit einer Kapitalrendite von im Schnitt 4,8% verwöhnt. Die Qualitätsaktie erfüllt hiermit wichtige Aufnahmekriterien bei der Auswahl für den deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Die Continental-Aktie verzeichnet heute im Qualitäts-Index ebenfalls leichte Kursgewinne und notiert damit aktuell bei 186,50 Euro. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für die Aktie nach den Zahlen für das 2.Quartal auf "Overweight" mit dem Kursziel von 240 Euro bestätigt. Die Zahlen seien vor allem wegen der Entwicklung im Bereich Fahrgestelle und Sicherheit sowie der Marge bei Reifen etwas hinter den Konsensschätzungen geblieben, schrieben die Analysten in einer am Donnerstag vorliegenden ersten Einschätzung. Allerdings entwickelten sich die Aufträge des Autozulieferers robust.

Im Moment wächst bei Continental nur der Umsatz, aber nicht der operative Ertrag. Der Automobilzulieferer hat aber einen vergleichsweise hohen Auftragsbestand und muss dafür aber entsprechend in seine Produktion investieren. Da Conti verstärkt auch Geld in Elektrifizierung und Digitalisierung steckt, drückt derzeit beides auf die Erträge. Der Umsatz konnte im 1.Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 1,6% auf 22,4 Mrd. Euro gesteigert werden. Dagegen ging der operative Gewinn (EBIT) des Unternehmens von 2,3 auf 2,2 Mrd. Euro zurück. Folglich gab auch die operative Marge nach – von 10,6 auf 10%. Conti liegt damit aber im Rahmen der von den meisten Analysten erwarteten Ertragsschätzungen. Der Finanzvorstand begründete diese Entwicklung mit hohen Investitionen in Forschung. Dazu hätten Anlaufkosten, die sich aus dem wachsenden Auftragseingang in den zurückliegenden Jahren ergaben, das Ergebnis belastet. Die Industrie befinde sich technologisch im Umbruch. Dabei gehe es um Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung, betonte der Conti-Manager. Unsere Ergebnisentwicklung reflektiere die hohen Investitionen in die Entwicklung dieser künftigen Technologien.

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